Freiherr und Hüter des Thomaskreuzes
Brief info

Gottfried von Schwarzfelden, geboren 1304, überlebte Hungersnot und Verarmung, lernte als Taschner Lederhandwerk und wurde 1325 Meister.
Auf Reisen traf er Freiherr Dietrich von Harxburg, der ihm Schutz bot; aus Diensten wuchs Waffenbrüderschaft und Schwertkampftraining.
1356 heiratete er Freifrau Gabriele, erhielt den Freiherrentitel, ein Wappen und Eid auf das Thomaskreuz – Harxburg und Schwarzfelden verbünden sich seitdem.

Vita

Im Jahr 1304 kam Gottfried von Schwarzfelden zur Welt, einziger Sohn des verarmten Heinrich von Schwarzfelden, fern der Elbwiesen bei Magdeburg. Die frühen Jahre waren rau: 1316 griff die große Hungersnot nach den Dörfern; und als der Stadtfürst die Getreidezufuhr hemmen ließ, fiel auch der letzte Besitz der Familie—so flohen sie über Straßen und Flüsse in das Erzbistum Mainz, wo sie einen bescheidenen Hof bestellten und den Rhythmus des Bodens neu lernten.

1318 band der Vater den Knaben an ein Handwerk: Taschner und Punzer wurde Gottfried, lernte Leder zu glätten, zu färben, zu ritzen—Riemen für Schwertgriffe, Satteltaschen, Gürtelschließen für reisende Herren. 1320 starben die Eltern, die Mühen hatten sie erschöpft; Gottfried stand allein und hielt sich an Arbeit und Wort. 1325 sprach die Zunft ihn zum Meister; eine kleine, besondere Werkstatt für Lederwaren öffnete er an der Straße, die in die Stadt führte.

Das Gefüge zu Harxheim begann auf der Straße. Ein staubiger Vormittag auf dem Weg nach Oppenheim: Gottfried führte eine kleine Fuhre Riemen und Scheiden, bestellt für Ordensleute. Die Wege waren unruhig. Freiherr Dietrich von Harxburg ritt mit zwei Burgmannen zur Kontrolle des Geleits. Er sah die schmale Ladung, die ruhigen Hände, und bot Schutz und Geleit bis an den Fluss. Unterwegs redete man wenig: über Wein, Wort und Recht, über das Maß der neuen Ordnung, über Arbeit, die hält. Am Stadttor trennten sie sich—nicht ohne Verabredung.

Bald stand Gottfried in der Schwertschule unterhalb des Harxburger Wehrgangs. Wo Dietrich das Lange Schwert lehrte, bestand der Taschner die Probe im Binden und Halbschwert. Aus Werkstücken wurden Dienste, aus Diensten Waffenbrüderschaft. Gottfried blieb schlicht: Leder, Klinge, Wort.

1356 füllte die Burgkapelle sich mit Licht. Gottfried führte Freifrau Gabriele vom Schmidt zum Altar; Deutschherren und Burgleute waren zugegen.

In der Truhe ruhte das Thomaskreuz, das Dietrichs Vater aus Akkon heimgetragen hatte. Der Prior sprach den Segen. Dann legte Dietrich von Harxburg die Hand auf das Kreuz und sprach die Worte, die ein Leben binden:
„Im Namen von Kreuz und Haus sei dir der Titel Freiherr verliehen und ein eigenes Wappen gestattet, solange du Schutz und Recht auf unseren Wegen hältst.“
Gottfried kniete und leistete den Eid, das Thomaskreuz zu schützen und zu verteidigen—nicht als Zier, sondern als tägliche Pflicht. Die Glocke schwieg, als die Schrift gezeichnet wurde; draußen stand der Wind still in den Reben.

Seit jenem Tag stehen Harxburg und Schwarzfelden nebeneinander auf Geleitrollen und Rechnungsbändern